Ippen Digital gewinnt Förderprogramm von Google DNI

Von einer Informationsplattform zur innovativen Wissensplattform

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CTO von Ippen Digital Markus Franz

Ippen Digital überzeugt Google mit seinem wegweisenden Projekt „The Master Graph“ – und gewinnt das Digital News Innovation (DNI) Förderprogramm. Damit will das Unternehmen seine Vision realisieren: Es will sich von einer reinen Informationsplattform zum globalen Wissenspool für Leser und Mitarbeiter entwickeln. Der digitale Vorreiter in der Verlagsbranche geht damit einen weiteren disruptiven Schritt in der Datenverarbeitung.

Der Digital News Innovation Fund, als Teil der Google News-Initiative, ist ein europäisches Programm, das den Journalismus bei der Digitalisierung unterstützt. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz oder maschinelles Lernen sollen sich in der Medienbranche durchsetzen – und neue, effizientere Geschäftsmodelle sowie qualitativ hochwertigere Inhalte ermöglichen. Dafür hat die Google DNI einen Innovationsfonds von 150 Millionen Euro eingerichtet, um besonders kreative, innovative Projekte der Verlage zu unterstützen – wie das „The Master Graph“ von Ippen Digital.

Local Knowledge Graph: So sieht digitaler Fortschritt aus

„Mit der Graph-Technologie wollen wir Daten-Silos aufbrechen und alle Informationen miteinander verbinden. Dabei finden wir heraus, wie Inhalte strukturiert und wie sie mit Usern verknüpft sind – und bauen einen Local Knowledge Graphen auf. Unser Ziel: Aus den vernetzten Daten ein komplett neues Wissenspotenzial zu schöpfen“, so erklärt Markus Franz, der CTO von Ippen Digital, das Projekt „The Master Graph“. Im Fokus der 6. Google Förderprogramm-Runde stand das Thema „Innovative Monetarisierung“. Dementsprechend ist eines der zentralen Ziele des Master Graph-Projektes von Ippen Digital, die Monetarisierung zu optimieren. Dafür führt das Verlagshaus die Möglichkeiten des Local Knowledge Graphen in allen wichtigen Bereichen des Publizierens ein:

- Dank der neuen Technologie verwaltet das Unternehmen nur eine globale Graphen-Datenbank, in der großes Wissen steckt – und spart Verwaltungskosten ein. 

- Für die Mitarbeiter vereinfacht Ippen Digital damit die Suche und „veredelt“ das Finden von Informationen: Sie arbeiten effizienter und kreativer. 

- Aus den vernetzten Informationen erstellt das Verlagshaus ein immer relevanteres und perfekt abgestimmtes Angebot für seine Nutzer.

Damit will der deutschlandweite IT-Dienstleister für Verlage und Medienhäuser einen Meilenstein in der Digitalisierung der Nachrichtenbrache setzen und das Verlagsgeschäft noch attraktiver machen. Für sich und seine Mitarbeiter, aber in erster Linie natürlich für Corporate Publisher und die Leserschaft. Alle sollen vom revolutionären Know-how-Konzept profitieren.

Der Masterplan für den Master Graphen

Sämtliche relevante Daten miteinander verknüpft und als eine einheitliche Datenbank verfügbar: Dank der Master Graph-Technologie wird Ippen Digital die Relevanz seiner redaktionellen Inhalte steigern, sie für den Nutzer personalisieren und Redaktionen bei ihrer Arbeit unterstützen sowie entlasten. 

„In unserer vernetzten Welt gehen wir immer mehr in Richtung datengetriebenes Arbeiten. Heute sieht es so aus, dass unsere internen Abteilungen zwar alle Informationen produzieren. Doch fließen diese in unterschiedliche Suchsysteme hinein. Das Problem: Wir verfügen über immenses Wissen, das bis dato nicht verknüpft ist – und daher auch nicht effektiv genutzt werden kann. „The Master Graph“ löst dieses Problem“, so Markus Franz.

KI und Machine Learning: Von der Vision zur Realität

Technologisch geht es dabei mit modernsten Methoden zur Sache: Künstliche Intelligenz findet und analysiert Muster und Trends innerhalb der in Zukunft zentralisierten Datenbank. Daraus resultieren viel einfachere Datenmuster für Algorithmen zum maschinellen Lernen – und die Big-Data-Infrastruktur wird übersichtlicher.

 Die gewonnenen Informationen bricht das smarte System auf die Artikelebene herunter. „So können wir mit dem Kontext arbeiten. Der Kontext bedeutet in dem Fall, dass wir Segmente feststellen, die User bevorzugen. Dieses Wissen nutzen wir, um den Content zu personalisieren und die Bedürfnisse unserer Leserschaft präzise zu bedienen“, sagt der IT-Chef. Das Ziel: Jeder Leser erhält perfekt auf seine Interessen abgestimmte Inhalte – zur richtigen Zeit und im passenden Format. Derselbe Inhalt wird dazu noch unterschiedlich aufbereitet – für ein individuelles Leseerlebnis. 

Maschinen unterstützen dabei Redakteure bei ihren täglichen Aufgaben und arbeiten mit ihnen auf eine intelligente Art und Weise zusammen. So geht unter anderem die Recherche nach Informationen in der zentralen Datenbank mit „The Master Graph“ viel schneller – und noch viel effektiver. „Sucht ein Redakteur nach einem Politiker XY, findet er einen vernetzten Wissenspool mit allen relevanten Infos zu dieser Person. Monotone Arbeiten werden weniger, Kreativität bekommt mehr Raum und fließt in redaktionelle Inhalte hinein“, so Markus Franz. Davon profitieren wiederum die Leser – und der Kreis schließt sich.

Publishing 4.0: Die nächsten Schritte

Die Anforderungen an die unternehmensweite Datenplattform von Ippen Digital sind hoch: Sie soll Datenströme in Echtzeit sammeln, verwalten und speichern. Die Konzeptphase hat Ippen Digital bereits hinter sich. Wie genau so eine „connected Datenbank“ aussehen kann? Damit beschäftigen sich die ersten Arbeitspakete, die gerade am Start sind.

Auch ein gewisser Mind Change-Prozess gehört dazu. Denn: „Die Daten-Silos aufzubrechen, schmerzt“, weiß Markus Franz. „Mit dem Master Graphen werden wir zu einer Großeinheit. Die Datendemokratie rückt immer mehr in den Fokus – und somit auch die cross-funktionalen Teams sowie cross-funktionales Denken. So entwickeln wir uns zu einer sehr agilen Datenplattform, ganz nach dem Motto: Raus aus dem Datensumpf, rein in einen intelligenten Wissenspool.“

Olga Krockauer