Schnell entschieden

Weihnachtsmeister! Bayern legt die roten Bullen an die Leine

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Jubel in Rot: Xabi Alonso (2. v. l.) feiert sein 2:0 mit Arturo Vidal (l.) und Co.

München - Das war mal eine Ansage! Der FC Bayern dominiert RB Leipzig im mit Spannung erwarteten Spitzenspiel nach Belieben. Dabei schlagen die Roten den Gegner mit dessen Waffen.

Jetzt darf das Christkindl kommen. Von Ligagipfel war vor dem Spiel zwischen Bayern und RB die Rede. Man fragte sich, ob elf Brausekicker die Weltstars des FCB klein machen können. Die Antwort: Nö. Den Temperaturen in der Allianz Arena entsprechend machten die Münchner es den Rasenballsportlern nämlich schön kuschelig und schickten sie mit 3:0 (3:0) nach Hause. Machtdemonstration, Weihnachtsmeister - schöne Bescherung!

Das Geheimnis: Hermann Gerland hatte sich vor Anpfiff in die RB-Kabine geschlichen und den Bullen die ganze Brause gezogen. Anders war nämlich nicht zu erklären, wie die Bayern gestern aus der Kabine kamen: wie auf Speed. Und die Leipziger? Hatten eine Chance. Der Klassiker: Ball in die Tiefe, Werner legt quer, Poulsen verpasst auf der Linie.

Bayern schlägt Leipzig mir RB-Waffen

Der Rest: Wilde Bayern, die Leipzig mit ihren eigenen Waffen schlugen. Gegenpressing, schnelles Umschalten, Blitzangriffe - und Blitztore. Die 17. Minute: Lewandowski knallt eine Lahm-Hereingabe an den Pfosten, von dort aus hüpft die Kugel gegen den Lendenbereich des heranstürmenden Thiago und von dort aus ins Tor. 1:0, Bayern verleiht Flüüügel.

Durchschnaufen? Pille laufen lassen? Pustekuchen! Der Altersdurchschnitt der Münchner lag zwar bei knapp 30 Jahren, am Mittwoch wirkten sie aber ähnlich spritzig wie die japanischen Mangakicker, die zwei Episoden lang auf das gegnerische Tor zulaufen können. Ribéry? Auf der Bank! Müller? Auch. Kritik gerechtfertigt? Mitnichten.

Vidal bärenstark

Bayern dominierte, kombinierte und bestrafte. Minute 25: Der bärenstarke Vidal erobert die Kugel, von dort aus wandert die Kugel über Lewy zu Thiago. Und der Spanier sieht den 35-jährigen Alonso hinter sich heranfliegen, der das Ding lockerlässigst mit der Innenseite ins Netz schiebt. 2:0 - so sieht Rasenballballett aus.

Was machte eigentlich Didi Mateschitz in der Ehrenloge? Der Brausekönig hätte sich wohl bereits da gerne in seinen Apache-Kampfhubschrauber zurück nach Fuschl gesetzt. Aber er badete es aus. Genauso wie seine Kicker auf dem Rasen. Was tun, wenn’s nicht läuft? Austeilen. Forsberg nahm das Ganze etwas zu wörtlich und verübte ein Attentat auf den angehenden Sportdirektor des FCB - und sah dafür zurecht Rot.

Gulacsi verursacht Elfer zum Endstand

Doch wie sagt Uli Hoeneß so schön: Das war’s noch nicht! RB-Keeper Gulasci wuchtete Costa völlig unerklärlich im Sechzehner um, Zwayer zeigte völlig zurecht auf den Punkt und Lewy schickte Leipzig mit dem dritten Geschenk in die Halbzeitpause.

Dort war Gerland schon wieder mit den Getränken beschäftigt, entschied sich angesichts der berauschenden Wirkung aber nur für die halbe Dosis Wundertrank im Tee. Die Münchner kamen daher auch etwas besänftigter aus der Kabine, kickten minimierte Leipziger aber weiterhin schwindelig. Lewandowski hatte sogar zweimal die Chance aufs 4:0, dachte aber wohl schon an Anna und die Geschenke.

Ancelottis Augenbraue hatte sich mittlerweile auch wieder entspannt, weshalb er Ribéry, Kimmich sowie Bernat auch noch ein Paar Minuten gab. Der Franzose knallte das Ding noch an die Latte, doch dann pfiff Zwayer ab. Die 3D-Show begann. Und Gerland grinste.